Kann die Wohnung die Beziehung belasten? Was ich über emotionale Zonen gelernt habe

Neulich habe ich einen interessanten Artikel über den Zusammenhang von Wohnung und Beziehung gelesen. Darin erzählte eine Paartherapeutin, dass viele Paare nicht hauptsächlich an der Beziehung scheitern, sondern auch an der Wohnung.
Das klang ziemlich provokant und ich wollte mehr wissen. Sie berichtete von Paaren, bei denen es Streit und Stress gab, weil die Parteien keine Rückzugsorte hatten oder die sich nicht erholen konnten, weil die Wohnung sie permanent überreizte und sie sich in den eigenen vier Wänden unwohl fühlten.

Das war ein neuer Gedanke für mich. Die Wohnung haben doch beide eingerichtet, im besten Fall gemeinsam im Konsenz. Wieso führt das zu Problemen in der Beziehung?

Aber je länger ich darüber nachdachte, desto mehr konnte ich verstehen, was sie meinte. Manche Wohnungen beruhigen, da fühlt man sich sofort wohl, andere wirken chaotisch und man fühlt sich fast gestresst. In manche Wohnungen kommt man rein und kann richtig durchatmen, in anderen bekommt man Beklemmungen.

Die Therapeutin sagte: „Beziehungen brauchen Platz. Das bedeutet nicht unbedingt eine große Wohnung, sondern viel mehr emotionale Zonen.“

Und weil das so gut zu meinem Blogthema passt und mich sehr interessiert, will ich hier ein paar Rechercheergebnisse und Ideen teilen, wie man solche emotionalen Zonen in Wohnungen integrieren und Entspannungsmöglichkeiten durch Inneneinrichtung schaffen kann.

Was sind „emotionale Zonen“?

Der Begriff „emotionale Zonen“ stammt aus der Wohnpsychologie. Dazu schreibt Inka Aniol auf ihrer Seite: Wohnpsychologie ist eine wenige Jahrzehnte alte Wissenschaft. Sie ist Teil der Architekturpsychologie, die wiederum ein Teil der Umweltpsychologie ist. Sie enthält viele Aspekte aus unterschiedlichen Teilgebieten der Psychologie, wie z.B. der Wahrnehmungs-, Entwicklungs-, Sozial- sowie der Neuropsychologie. Wohnpsychologie beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen von Menschen und ihrer Umwelt. Dies können z.B. Einflüsse durch Farben, Licht, Materialien und Natur sein. Während Architekturpsychologie sich eher auf die Wirkung von Gebäuden und räumlichen Strukturen auf Menschen konzentriert, […] steht bei der Wohnpsychologie das direkte Wohnumfeld des Menschen im Mittelpunkt. Wohnpsychologie kann die raumbezogenen Lebensbedingungen der Bewohner spürbar verbessern und somit deren Befindlichkeit, Zufriedenheit und Lebensqualität erhöhen. 
In Anlehnung an die Maslowsche Bedürfnispyramide kann man in der Wohnpsychologie sechs Wohnbedürfnisse ausmachen: Sicherheit, Erholung, Kommunikation, Anerkennung, Ästhetik und Entfaltung. Meistens sind zwei der genannten Bedürfnisse prägnanter ausgeprägt als die anderen.

Das klingt sehr faszinierend. Ich kenne natürlich Feng Shui und weiß ein bisschen über die Methode und die positiven Auswirkungen Bescheid und dass viele es als „esoterisch“ ablehnen. Aber Wohnpsychologie ist eine Wissenschaft und zeigt, dass Räume direkten Einfluss auf unsere Gefühle, unser Verhalten und unsere Beziehungen haben. Das haben wir bestimmt schon alle erlebt, auch ohne Worte dafür gefunden zu haben.

Doch wenn ich von sechs Wohnbedürfnissen (= Sicherheit, Erholung, Kommunikation, Anerkennung, Ästhetik, Entfaltung) lese, klingt das erstmal ziemlich abstrakt. Wie wird daraus eine Wohnung, in der man sich wohl fühlt? Da kommen die emotionalen Zonen ins Spiel.

Emotionale Zonen sind Bereiche in einer Wohnung, die psychische Bedürfnisse erfüllen.

Das klingt jetzt erstmal abstrakt, ist aber eigentlich ganz einfach: Stell dir vor, du arbeitest, isst, schläfst und entspannst am selben Platz. Da verschwimmen die Grenzen, das Gehirn versucht dauerhaft, Gefahr von Chaos zu unterscheiden. Dadurch kann es nicht abschalten und das wiederum kann zu verschiedenen Problemen wie schlechtem Schlaf, Anspannung, Stress, Bluthochdruck usw. führen. Deswegen soll man z.b. im Bett nur schlafen, nicht arbeiten oder fernsehen, insbesondere, wenn man schon mit Schlafproblemen zu tun hat.
Anders ausgedrückt: Beim Einrichten sollte man eine Wohnung nicht nur nach Funktionen beurteilen und einrichten (Schlafen, Essen, Fernsehen), sondern auch Zonen für die verschiedenen emotionalen Bedürfnissen schaffen.
Welche Zonen es gibt oder jemand braucht, hängt von den individuellen Bedürfnissen der Bewohner*innen ab.
Hier kommen ein paar zum besseren Verständnis, aber bestimmt gibt es noch mehr.

Eine kleine Auswahl an emotionalen Zonen in Wohnungen

Der Rückzugsort (Privatsphäre)

Warm and inviting modern living space with natural decor and a cozy atmosphere.

Jeder Mensch braucht ab und zu mal einen Ort, an dem er allein sein kann. Ohne Blickkontakt, ohne Gespräche, ohne dass die eigene Aufmerksamkeit immer bei anderen liegt und (besonders Frauen) dauernd denken, man muss reagieren oder eingreifen. Das beste Bespiel für einen Rückzugsort ist wahrscheinlich die Männer-Höhle. Das kann entweder ein Spielzimmer oder eine Werkstatt sein, aber in den meisten Fällen ist es ein Ort, den Frauen meiden und wo Männer alleine oder/und unter sich sind.

Die oben erwähnte Paartherapeutin meinte sogar, wenn Partner*innen keinen Rückzugsort haben, können sie Konflikte nicht richtig verarbeiten und das kann im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass Streitigkeiten schneller eskalieren.

Wie ein Rückzugsort aussehen kann (auch wenn nicht genug Platz für eigene Zimmer gibt):

  • Eine kleine Leseecke: Sessel + Stehlampe + Beistelltisch, abgetrennt durch eine große Pflanze / ein Sideboard / einen Raumteiler
  • Balkon / Terrasse / Garten: Natürlich eher was für den Sommer, aber man kann ja im Winter z.b. ein beheizbares Zelt installieren
  • Arbeitszimmer / Hobbyraum: Im Arbeitszimmer muss man natürlich etwas aufpassen, dass Arbeits- und Erholungszonen getrennt sind und man nicht aus Versehen nur noch arbeitet, obwohl man sich eigentlich erholen will.
  • Sogar das Bad kann ein bewusster Rückzugsort sein, z.b. für Menschen, die gerne ausgiebig Körperpflege betreiben oder in der Badewanne lesen

Rückzug bedeutet nicht gleich Trennung, sondern nur, sich zurückzuziehen, z.b. wenn man schlechte Laune hat.
Es ist eine Möglichkeit, sich selber und die Mitmenschen zu schützen und gehört eher in den Bereich „Selfcare“ als „Beziehungsproblem“.

Der Gemeinschaftsbereich (Nähe & Verbindung)

Genauso wichtig wie Rückzug ist Nähe. Ein Ort, an dem man bewusst zusammen ist, nicht nur nebeneinander her.

Viele Paare leben zwar in derselben Wohnung, aber jede*r sitzt am eigenen Laptop, jede*r schaut aufs eigene Handy. Man ist zwar nebeneinander, aber emotional ganz woanders.
Schafft man einen Bereich, der der Gemeinschaft gewidmet ist, dann einigen sich die Parteien für diesen Ort auf Kommunikation, gegenseitiges Wahrnehmen und Interaktion.

Wie das aussehen kann:

  • Der Esstisch als Ort für gemeinsame Mahlzeiten, ohne Handy, ohne TV, ohne Ablenkung
  • Das Sofa als bewusste Zusammen-Zeit, reden, zuhören oder gemeinsam Serien schauen
  • Ein Platz für Handwerk, Basteln, Puzzlen o.ä.
  • Der Garten oder die Terrasse für gemeinsame Stunden entweder beim Buddeln und Pflanzen oder zusammensitzen

Wichtig: Die Gemeinschaftszone sollte von allen Bewohner*innen gemeinsam gestaltet werden. Wenn nur eine*r entscheidet, fühlt sich der*die andere möglicherweise wie ein Gast. Und diese Zone hängt sehr von den gemeinsamen Vorlieben ab. Redet man gerne, macht lieber etwas mit den Händen oder ist am liebsten still? Dann sehen die Gemeinschaftszonen natürlich jedes Mal anders aus.

Die Entspannungszone (Ruhe & Regeneration)

A minimalist bedroom features a wooden headboard, white bedding, and a stylish side table lamp.

Wir alle brauchen einen Ort, an dem wir wirklich zur Ruhe kommen können, wo es keine (oder zumindest nicht zu viele) Reize gibt und wo unser Gehirn abschalten und runterfahren kann. Unordentliche, reizüberflutete Räume verursachen Dauerstress, das Gehirn versucht ständig, das Chaos zu verarbeiten und Wichtig von Unwichtig zu trennen.

Meistens handelt es sich bei der Entspannungszone um den Schlafbereich und nur allzu oft ist er ein Multifunktionsraum: Laptop im Bett und noch schnell irgendwas arbeiten, gegenüber dröhnt der Fernseher an der Wand, auf dem Stuhl in der Ecke liegt der Wäscheberge, Arbeitspapiere auf dem Boden… Für das Gehirn bedeutet das: „Hier passiert alles, aber nicht Schlafen und Erholen. Also immer schön in Alarmbereitschaft bleiben.“

Dafür gibt es übrigens den Begriff „visuelles Rauschen oder auch visual clutter: Wenn es zu viele visuelle Reize gibt wie Gegenstände, Farben, Muster …, ist unser Gehirn ständig damit beschäftigt, alles zu verarbeiten. Es scannt permanent die Umgebung, versucht zu sortieren, zu filtern, Gefahr auszumachen… super anstrengend!

Selbst wenn alle Gegenstände „ordentlich“ an ihrem Platz stehen, kann eine überbordende Menge an Eindrücken (Gegenstände, Farben, Muster etc.) das Gehirn überanstrengen. Und genau das passiert auch in einem unordentlichen oder multifunktionalen Schlafbereich.

Wie du visuelles Rauschen reduzierst:

  • Nur das im Schlafbereich lassen, was wirklich zum Schlafen gehört
  • Beruhigende Farben wählen ohne unruhige Muster. Wenn Muster, dann nur eins an einer Stelle, nicht viele verschiedene
  • Wenig Deko, keine grellen Muster
  • Abends alles wegräumen, was nicht ins Schlafzimmer gehört (5-Minuten-Ritual – mehr dazu findest du in diesem Beitrag)
  • Richtig gut sind auch Naturmaterialien wie ganz viel unbehandeltes Holz, Leinen usw. Das beruhigt sofort.

Tipp: Wenn du in einem 1-Zimmer-Appartement wohnst und Schlaf- und Wohnbereich kombinieren musst, schaffe eine visuelle Trennung, durch z.b. einen Vorhang, ein Regal oder einen Raumteiler. Idealerweise sieht man den Rest der Wohnung vom Schlafbereich aus nicht, vor allem aber sollte man den Arbeitsplatz nicht beim Einschlafen sehen.

Der Ort für Aktivität (Energie & Produktivität)

Arbeiten, Kochen, Gestalten, laut sein, Lachen, Reden… wir brauchen Bereiche, in denen wir aktiv sein können, in denen die Energie fließt und Dinge passieren können und sollen.

Diese Zone ist oft das Problem in kleinen Wohnungen oder bei offenen Grundrissen: Der Esstisch ist gleichzeitig Arbeitsplatz, auf der Küchenarbeitsplatte stapeln sich Post und Schlüssel, der Schreibtisch steht im Schlafzimmer…

Wenn Aktivitätszonen nicht klar definiert sind oder sich mit anderen Zonen vermischen, kann das stressig sein. Und wenn die Aktivitätszone dann auch noch unordentlich ist, wird es richtig anstrengend: Du willst einen Kuchen backen, aber in der Küche herrscht Chaos, also lässt du es und kaufst mal wieder einen. Und dann fühlst dich schlecht beim Essen, weil ein selbstgebackener viel gesünder gewesen wäre, aber die Küche war schmutzig. Gut, du hättest aufräumen können, das war jetzt nur Faulheit und dann isst du jetzt auch noch Kuchen, kein Wunder usw… Du kennst dieses Gedankenkarussell.

Was kann man also tun?

  • Einen festen Arbeitsplatz schaffen, auch wenn es nur eine kleine Ecke ist. Wenn möglich nicht am Esstisch oder im Schlafzimmer arbeiten. Falls doch, mit einem Raumteiler abtrennen oder einen Platz schaffen, der abends nicht mehr nach Arbeit aussieht
  • Die Küchenarbeitsplatte freihalten, also keine Deko, keine Geräte, die du nicht täglich brauchst, Arbeitsutensilien gleich wegräumen, schmutziges Geschirr nicht stapeln lassen… Eine leere Fläche wirkt einladend und ruhig.
  • Einen Kreativbereich einrichten, auch wenn es nur eine Schublade ist. So ist alles griffbereit und man kann einfach loslegen.
  • Platz für Bewegung schaffen, für die Yogamatte, die Hanteln oder zum Tanzen. Und dieser Ort ist dann dafür reserviert und wird nicht zweckentfremdet.

Wichtig: Wenn mehrere Aktivitäten am selben Ort stattfinden (z.B. am Esstisch essen UND arbeiten), schaffe klare Rituale, um direkt nach der Tätigkeit alles dazugehörige wegzuräumen. Nimm dafür im Zweifelsfall Kisten, in denen schnell alles verschwindet. Auch wenn es nicht wirklich aufgeräumt ist, ist trotzdem die Fläche frei und kann benutzt werden.

Die Pufferzone (Übergang & Ankommen)

Wir brauchen aber nicht nur Zonen, wir brauchen auch „Übergänge“ zwischen „draußen“ und „drinnen“, „Arbeitsmodus“ und „Zuhause-Modus“, „Stress“ und „Ruhe“…

Ohne diese Pufferzonen kommt man z.b. gestresst von der Arbeit nach Hause und trägt den Stress direkt ins Wohnzimmer, weil man keine Zeit hat, runterzukommen. Aber solche Pufferzonen müssen nicht gleich räumlich sein.

Es gibt verschiedene Arten von Übergängen:

  • Physisch: Das sind z.b. der Flur oder Eingangsbereich
  • Mental: Das kann ein Ritual sein, um vom Arbeitsmodus in den Feierabend zu wechseln
  • Sozial: Zeit für sich, bevor man mit anderen interagiert

Wie das aussehen kann:

Physische Pufferzonen:

  • Ein Flur bzw. Eingangsbereich
  • Eine „Ankunftsecke“ mit Haken, Schuhablage, einer kleinen Bank oder auch nur einem Hocker

Rituelle Pufferzonen:

  • Ein Ritual beim Nachhausekommen: bewußt Jacke und Schuhe aus- und Hausschuhe anziehen, Hausschlüssel in die Schale legen, Atmen
  • Der Balkon / die Terrasse als Übergangsraum (kurz rausgehen, durchatmen, Blumen begrüßen, Ausblick genießen, dann reinkommen)

Mentale Pufferzonen (Modus wechseln):

  • Ein bestimmtes Getränk wie z.b. einen Tee trinken und erst danach mit dem*der Partner*in reden
  • 5 Minuten alleine sein, bevor man mit der Familie spricht
  • Musik hören oder spazierengehen als Übergangsritual

Soziale Pufferzonen (bei Paaren/WGs):

  • Ein Signal, dass man „noch nicht ansprechbar“ ist (z.B. Jacke noch an = brauche noch 5 Minuten)
  • Das Bad als Puffer zwischen „Heimkommen“ und „Ankommen“
  • Eine Verabredung treffen wie „Erst mal 10 Minuten jede*r für sich, dann reden wir“

Wichtig: Die Pufferzone muss nicht räumlich sein, sie kann auch zeitlich oder rituell sein.


Jetzt kennst du 5 emotionale Zonen.
Aber wie findest du nun die heraus, die du und dein*e Partner*in brauchen?

Laut Wohnpsychologie sind meist 2 der 6 Wohnbedürfnisse (zur Erinnerung: Sicherheit, Erholung, Kommunikation, Anerkennung, Ästhetik, Entfaltung) besonders ausgeprägt. Welche es sind, gilt es herauszufinden.

So findest du es heraus:

Schritt 1: Beobachte dich selbst

Gehe durch deine Wohnung und achte auf deine Gefühle:

  • Wo fühlst du dich gut? Wo entspannt? Wo energiegeladen?
  • Wo fühlst du dich gestresst? Wo unwohl? Wo überreizt?
  • Wo vermeidest du es, Zeit zu verbringen? Und warum?

Schreib dir deine Beobachtungen auf. Oft wird dadurch schon klar, welche Zone fehlt.

Schritt 2: Frage dich, was dir fehlt

  • Fühlst du dich ständig gehetzt? → Dir fehlt vermutlich eine Entspannungszone oder Pufferzone
  • Fühlst du dich einsam, obwohl du nicht allein wohnst? → Dir fehlt eine Gemeinschaftszone
  • Fühlst du dich erdrückt oder eingeengt? → Dir fehlt ein Rückzugsort
  • Kommst du nie zur Ruhe? → Deine Aktivitätszonen sind nicht klar getrennt

Schritt 3: Sprich mit deinem*r Partner*in / deiner Familie

Wenn du nicht allein wohnst, ist es wichtig, dass alle Bewohner*innen ihre Bedürfnisse äußern.

Vielleicht braucht dein*e Partner*in einen Rückzugsort, während du eine Gemeinschaftszone vermisst. Beides ist wichtig und beides lässt sich schaffen.

Tipp: Macht gemeinsam einen Rundgang durch die Wohnung und sprecht darüber, wie sich jeder Raum anfühlt.


Wie finde ich den richtigen Platz für jede Zone?

Du weißt jetzt, welche emotionalen Zonen du brauchst. Aber wo setzt du sie um?

1. Nutze bestehende Räume bewusst

Du musst nicht für jede Zone einen eigenen Raum haben. Oft reicht es, einen Bereich innerhalb eines Raumes zu definieren.

Beispiele:

  • Schlafzimmer = Entspannungszone (kein TV, kein Arbeitslaptop, ruhige Farben)
  • Esstisch = Gemeinschaftszone (kein Laptop, keine Post, nur gemeinsame Zeit)
  • Arbeitsecke = Aktivitätszone (nach Feierabend alles wegräumen)
  • Balkon = Rückzugsort (bequemer Stuhl, Decke, Ruhe)
  • Eingangsbereich = Pufferzone (Bank, Garderobe, Ritual)

2. Schaffe visuelle Grenzen

Wenn mehrere Zonen in einem Raum sind, schaffe klare Abgrenzungen:

  • Vorhänge, Pflanzen oder Raumteiler trennen optisch
  • Teppiche definieren Bereiche
  • Unterschiedliche Beleuchtung schafft verschiedene Stimmungen
  • Farben markieren Zonen (z.B. helles Grau für Entspannung, warme Töne für Gemeinschaft)

3. Passe die Einrichtung an

Jede Zone braucht eine andere Atmosphäre:

Rückzugsort:

  • Bequeme Sitzgelegenheit
  • Gutes Licht zum Lesen
  • Wenig Ablenkung

Gemeinschaftszone:

  • Sitzgelegenheiten, die Kommunikation fördern (z.B. Sessel und Sofa einander gegenüber, dazwischen eine Ablagefläche für Snacks und Getränke)
  • Warme, einladende Farben
  • Keine Bildschirme oder Ablenkungen

Entspannungszone:

  • Ruhige Farben
  • Wenig Deko, wenig Reize
  • Indirektes, warmes Licht

Aktivitätszone:

  • Aufgeräumt und übersichtlich
  • Gutes Arbeitslicht
  • Alles griffbereit, aber verstaubar

Pufferzone:

  • Praktische Ablage für Jacken, Schuhe, Taschen
  • Sitzgelegenheit zum Ankommen
  • Evtl. eine Pflanze oder ein Bild, das dich willkommen heißt

4. Testen und feinjustieren

Das wird nicht sofort perfekt sein, solche Änderungen brauchen Zeit und müssen sich etablieren. Also teste die neue Zone erstmal ein bisschen und beobachte, wie sie sich anfühlt. Wenn du etwas ändern willst, dann tu das.

Du hast zum Beispiel eine Leseecke als Rückzugsort eingerichtet. Nach einer Woche merkst du, das es an der Stelle eigentlich zu hektisch ist, weil sie direkt neben der Küche ist. Du kannst die Leseecke nun verlegen oder zum Beispiel mit einem Raumteiler die Hektik „aussperren“. So wachsen die Zonen mit der Zeit in ihr volles Potenzial.

Und nicht vergessen: Bedürfnisse ändern sich und die Wohnung darf sich mit ändern.


Mein Fazit: Wohnungen sind mehr als Quadratmeter

Seit ich diesen Artikel der Paartherapeutin gelesen habe und mich mit Wohnpsychologie beschäftigt habe, schaue ich meine eigene Wohnung auch mit anderen Augen an.

„Viele Paare scheitern nicht an der Beziehung, sondern an der Wohnung“ – das klang für mich anfangs absurd. Aber je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr verstehe ich es. Es geht nicht darum, wie groß die Wohnung ist oder wie teuer die Einrichtung. Es geht darum, ob die Wohnung die emotionalen Bedürfnisse der Bewohner erfüllt.

Emotionale Zonen sind keine Esoterik, sondern praktisch und ich würde sagen: nötig. Denn wenn ich weiß, wo ich mich zurückziehen darf ohne dass mein Verhalten als Kränkung empfunden wird, wo ich mit meinem*r Partner*in zusammen sein kann und die volle Aufmerksamkeit bekomme, wo ich arbeite, wo ich entspanne, dann fühlt sich die Wohnung stimmiger an, ruhiger, klarer – mehr nach Zuhause.


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