Die letzten Chemos und die Zeit danach

Zuerst wieder mein Hinweis: Ich bin weder (Tier-)Ärztin, noch Naturheilkundlerin, noch in sonst irgend einer Art medizinisch ausgebildet. Ich habe mir die Informationen zusammengesucht, mich durchgefragt und probiere aus. Und was mit meinem Hund funktioniert, muss nicht mit deinem funktionieren.

Und dann muss ich sagen, dass ich nach dem letzten Artikel nicht mehr weitermachen konnte. Ich war fix und fertig, wir hatte noch drei Chemo-Sessions vor uns und ich hatte solche Angst, dass mein Hund stirbt, dass ich nicht mehr darüber schreiben konnte.

Weihnachten zwischen der 2. und 3. Chemo

Vor der 3. Chemo sind wir über Weihnachten und Silvester weggefahren. Wir haben in der Toskana eine schöne Unterkunft gefunden und haben die 3. Chemo so gelegt, dass wir davor in den Urlaub fahren konnten. Wir dachten, wenigstens noch eine schöne Erinnerung zu haben, auch wenn der Kleine nicht mehr lange bei uns ist.

Und mal wieder haben wir die Hunde-Psyche unterschätzt und waren vollkommen erstaunt, dass unser Hund in Italien wie ausgewechselt war. Er fand die neue Umgebung super spannend, hat richtig viel Lust aufs Entdecken gehabt und ist sogar den ganzen Tag durch Florenz mit uns gelaufen.
Wir haben ihn natürlich geschont und ihn nur auf jeden 2. oder 3. großen Ausflug mitgenommen, aber wir waren so glücklich, wie gut ihm der Tapetenwechsel getan hat.

Sobald wir zurück waren, war die 3. Chemo dran. Und die war echt schlimm. Zwischenzeitlich sass ich heulend auf dem Sofa und war überzeugt, dass wir den Hund umbringen.

Inzwischen waren wir gut vorbereitet, wir hatten ja protokolliert, wie der Ablauf ist und wussten, welche Phase wann kommt. So bin ich gleich in der 3. Nacht aufs Sofa umgezogen und hab mit dem Hund zusammen gewacht, damit er nicht alleine ist, er bekam CBD-Öl bevor er es brauchte, Smecta auch bereits bevor der Durchfall schlimm wurde usw.
Wir hatten herausgefunden, dass Thunfisch die Lösung für fast alles ist. Wir haben Thunfisch in Wasser gekauft und das Wasser benutzt, damit er frisst. Zum Essen haben wir ihm gleich Huhn und Reis gekocht, anfänglich mit dem appetitanregenden Pulver drauf, später ging es auch ohne. Das Smecta-Pulver muss man in wenig Wasser auflösen und es hat Erdbeergeschmack, aber das hat nicht gereicht, es musste noch Thunfischwasser drüber, damit der Hund es gefressen hat. Dann sah es aber so aus, als ob er es richtig lecker findet.

Dennoch war die 3. Chemo wirklich richtig schlimm, weil der Hund einen immensen Durchfall bekommen hat, mit ziemlich viel Blut dabei, was ich zwar schon kannte, aber nicht in dem Ausmaß.

Als wir zur Kontrolle beim Tierarzt waren, habe ich auch gesagt, dass wir mit der Chemo aufhören, weil wir ihm das nicht mehr antun wollen.
Dr. de Pauw hat mich überredet, das Chemo-Mittel zu wechseln und mir erklärt, dass die 4. Chemo die wichtigste ist und wir jetzt nicht aufhören sollten.

Also haben wir noch die 4. Chemo gemacht und gehofft, dass es besser wird.

Wurde es nicht. Gleicher Ablauf, die gleichen Probleme, nur jetzt war der Durchfall nur noch flüssig und schoß wie eine Fontäne hinten raus. Ich hatte ein Video für den Arzt gemacht, der zeigte sich angemessen beeindruckt und hat mir dann zugestimmt, dass wir die Therapie nun beenden.
Aber Dr. de Pauw ist ein wirklich guter Tierarzt und hat mir noch ein TCM Mittel empfohlen, dass wir zur Vorbeugung von Metastasen-Bildung geben sollten. Davon bekommt der Schnulli zwar auch Durchfall nach ein paar Tagen, aber irgendwas müssen wir ja noch tun.

Die Erhaltungstherapie

Jetzt saßen wir also da, hatten einen Krebskranken in unbekanntem Stadium und mussten nun gleichzeitig die Hundegesundheit wieder aufbauen und so weit kräftigen, dass sich Metastasen nur langsam bilden.
Also habe ich wieder gegoogelt und recherchiert. Und nebenher musste ich die Darmflora wieder aufbauen.
Schnulli hat auch wieder normal gefressen und langsam wurden die ganzen Medikamente weniger. Wir haben viele Dinge gemacht, die ihm Freude bereiten, weil wir die Auswirkungen der Psyche nicht mehr unterschätzen wollten. Und gleichzeitig hatte ich den Wunsch, sein Immunsystem so weit zu stärken und bestenfalls in einen Zustand zu bringen, dass es so kräftig wie möglich ist und bösartig mutierte Zellen vielleicht selber bekämpfen kann.

Unsere Lösung: Beta Glucan, CBD Öl, Kolostrum und Goldene Milch.

Von einer Bekannten, die Homöopathin ist, bekam ich den Tipp, Beta Glucan auszuprobieren. Mehr Informationen habe ich leider nicht bekommen, weswegen ich selber recherchiert habe.
Beta-Glucan gibt es aus Hafer, Pilzen und Hefe und alle 3 haben unterschiedliche, aber beeindruckende Wirkungen. „Beta-Glucane aus manchen Speisepilzen und Hefe haben eine immunmodulierende Wirkung. Sie können die Aktivität von manchen Abwehrzellen (Makrophagen, T-Zellen und natürlichen Killerzellen) steigern, was zu einer verbesserten Immunantwort führt.“ ( Quelle) Genau, was ich gesucht habe.
Jetzt musste ich nur noch einen Lieferanten dafür finden und da wurde ich in Tschechien bei Canis Lab fündig.

Dort habe ich auch Kolostrum gefunden: “Kolostrum ist die besonders nährstoffreiche Erstmilch (auch Vormilch genannt), die Säugetiere, einschließlich des Menschen, in den ersten Tagen nach der Geburt produzieren, reich an Antikörpern, Wachstumsfaktoren, Vitaminen und Proteinen, die das Immunsystem des Neugeborenen stärken, den Darm reifen lassen und die Ausscheidung des ersten Stuhls (Mekonium) fördern, wodurch die Neugeborenen optimal geschützt und versorgt werden.“

Auf dieser Seite wird Kurkuma eine krebsverhindernde Wirkung zugewiesen und ich dachte, mit Goldener Milch kann man ja wahrscheinlich nichts falsch machen.
Also habe ich das Rezept nachgemacht und was soll ich sagen: der Schnulli steht komplett drauf! Er bekommt 3 x / Tag einen Teelöffel voll und nachdem er die Regelmäßigkeit verstanden hatte, fordert er seine Mittagsportion regelrecht ein. Mit der Goldenen Milch kann ich ihm auch noch andere Medikamente unterjubeln, denn zwischenzeitlich frisst er nicht weiter, wenn er den Verdacht hat, dass wir ihm mit dem Futter eine Pille unterjubeln wollen.

Außerdem bin ich bei meinen Recherchen immer wieder darauf gestoßen, dass CBD eine krebshemmende Wirkung hat. Also bekommt Schnubbelchen auch weiter CBD-Öl, das bekommt man ja auch rezeptfrei in der Apotheke oder Online.

Und das machen wir jetzt und hoffen das Beste.

Übrigens: Irgendwann in all diesem Chaos gab es einen zarten Moment, wo der Schnulli sich bei uns bedankt hat. Es war so ein herzerwärmender Moment und wir wussten, dass wir alles richtig gemacht hatten. ❤️

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